Verordnung des UVEK über die Fachbewilligung für die Verwendung von Pflanzenschut... (814.812.34)
Verordnung des UVEK über die Fachbewilligung für die Verwendung von Pflanzenschut... (814.812.34)
Verordnung des UVEK über die Fachbewilligung für die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft und im Gartenbau (VFB-LG)
1. Abschnitt: Berechtigung und Voraussetzungen
Art. 1 Berechtigung
Art. 2 Erforderliche Fähigkeiten und Kenntnisse und deren Nachweis
2. Abschnitt: Fachprüfung
Art. 3
3. Abschnitt: Gleichwertige Qualifikationen
Art. 4 Ausbildungsabschlüsse von Schulen und Berufsbildungsinstitutionen
Art. 5 Fachbewilligungen nach bisherigem Recht
Art. 6 Gleichgestellte Fachbewilligungen
4. Abschnitt: Aufgaben der zuständigen Stellen
Art. 7 Trägerschaften
Art. 8 Prüfungsstellen
Art. 9 BAFU
Art. 10 Fachbewilligungsausschuss
5. Abschnitt: Gebühren
Art. 11
6. Abschnitt: ...
Art. 12 ⁹
7. Abschnitt: Schlussbestimmungen
Art. 13 Übergangsbestimmung
Art. 14 Inkrafttreten
Anhang 1 ¹⁰
Erforderliche Fähigkeiten und Kenntnisse
1 Grundlagen der Toxikologie und Ökologie
| die Begriffe Ökologie, Ökosystem, Lebensraum, Lebensgemeinschaft, Population, Organismus sowie Toxizität, Ökotoxizität, gesundheitsgefährliche Stoffe und Zubereitungen erklären können; |
| Beispiele aus seinem Tätigkeitsgebiet nennen können zu den Begriffen Ökosystem, Lebensraum, Lebensgemeinschaft, Population, Organismus sowie zur Gefährdung von Mensch und Umwelt durch Pflanzenschutzmittel; |
| Fachausdrücke wie Herbizide, Fungizide, Insektizide, Akarizide, Nematizide erläutern können; |
| die Aufnahmewege von Stoffen in den menschlichen Körper (oral, dermal, inhalativ) erklären können; |
| 1.5.1 lokal, systemisch; akut, chronisch; reversi- bel, irreversibel; Resorption, Verteilung, |
1.5.2 krebserzeugend, erbgutverändernd, fort pflanzungsgefährdend, allergieauslösend, infektiös erklären können; | |
| das Prinzip Dosis–Wirkung erläutern können; |
| ökologische Kreisläufe anhand eines Beispiels |
| 1.8.1 in einem natürlichen und einem landwirt- schaftlichen Ökosystem Energiefluss und Stoffkreisläufe vergleichen können; |
1.8.2 beschreiben können, wie sich Pflanzen- schutzmittel in der Nahrungskette und der Umwelt verhalten, und Stoffeigenschaften bzw. Umweltbedingungen nennen können, die dabei von Bedeutung sind; | |
| die natürlichen Regulationsmechanismen anhand konkreter Beispiele erläutern können (z. B. Nützlings-Schädlings-Beziehungen); |
| die Bedeutung der Artenvielfalt und des Artengefüges in der Natur erläutern können; |
| Nutzen und Schäden von Begleitflora beschreiben und diskutieren können. |
2 Gesetzgebung über Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitnehmerschutz
| das Vorsorgeprinzip anhand einiger Beispiele illustrieren können; |
| das Verursacherprinzip und den Begriff |
| die wesentlichen Ziele und Inhalte der wichtigsten Erlasse, welche die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln betreffen, erläutern können; |
| Anwendungsverbote und -einschränkungen für |
| die für Rechts- und Fachfragen sowie bei Unfällen zuständigen Amtsstellen nennen können. |
3 Massnahmen zum Schutz der Umwelt und der Gesundheit
| die wichtigsten Massnahmen bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zum Schutz der Umwelt sowie zur Verhütung von Gesundheitsschäden (Unfällen, Krankheiten) aufzählen und treffen können; |
| 3.2.1 die verschiedenen Gefährdungen am Ar- beitsplatz nennen können; |
3.2.2 die richtigen persönlichen Schutzausrüstun- gen auswählen, einsetzen und instand halten | |
3.2.3 ergonomische Arbeitsweisen und Geräte beschreiben und technische Hilfsmittel zur Arbeitserleichterung gemäss dem Stand der Technik verwenden können; | |
3.2.4 die speziellen Anforderungen an den Schutz werdender oder stillender Mütter und die notwendigen Massnahmen nennen können; | |
3.2.5 die zur Bewältigung von Notfällen nötigen Massnahmen planen können; | |
3.2.6 die nach einem Unfall notwendigen Schritte beschreiben und erste Hilfe leisten können; | |
| 3.3.1 vorbeugende Massnahmen zur Vermeidung von Problemen mit Schadorganismen beschreiben können; |
3.3.2 die wichtigsten Unkräuter, Krankheiten und Schädlinge sowie ihre Schadbilder erkennen können, unter Verwendung von Hilfsmitteln wie z. B. Bestimmungsbüchern, Merkblät- tern der Forschungsanstalten und Bera- tungsdienste; | |
3.3.3 den Bau und die Lebensweise der Schad organismen so weit erklären können, wie dies für die Beurteilung von Pflanzenschutz massnahmen von Bedeutung ist; | |
| 3.4.1 die wichtigsten Nützlinge (in den verschie- denen Stadien) unter Verwendung von Hilfsmitteln erkennen und deren Bedeutung erklären können; |
3.4.2 den Bau und die Lebensweise der Nützlinge so weit erklären können, wie dies für die | |
| 3.5.1 die Beziehung Befall–Schaden–Verlust und den Begriff Bekämpfungsschwelle anhand konkreter Beispiele erklären können; |
3.5.2 Möglichkeiten der Befallskontrolle be- schreiben können; | |
3.5.3 so weit wie möglich anhand von Unterlagen feststellen können, ob bei einem gegebenen Befall die Toleranzgrenze überschritten und welche Bekämpfungsmassnahme ange- bracht ist; | |
| 3.6.1 die Bedeutung der Fruchtfolge und geeigne- ter Kulturmassnahmen für einen nachhalti- gen Pflanzenschutz erklären können; |
3.6.2 die Bedingungen für einen gezielten Pflan- zenschutz (Anwendungszeitpunkt, selektive Applikation, Einsatz selektiver Mittel) | |
3.6.3 die Vor- und Nachteile verschiedener | |
| die wichtigsten physikalischen, biologischen und biotechnischen Verfahren zur Regulierung von Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern aufzählen und deren Einsatzmöglichkeiten (Vor- und Nachteile) und Wirkungsweise anhand von Unterlagen |
| 3.8.1 Massnahmen nennen können, welche hel- fen, unerwünschte Nebenwirkungen der Pflanzenschutzmittel zu verhindern (z. B. bezüglich Witterung, Wartefristen, Behand- lungszeitpunkt, Abtrift, Gerätereinigung); |
3.8.2 mögliche Wege von Pflanzenschutzmitteln in Oberflächengewässer und ins Grundwas- ser nennen und aufzeigen können, wie sich diese Belastungen vermeiden lassen; | |
3.8.3 erklären können, weshalb die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Wegen, Wegrändern und Plätzen verboten ist; | |
| für die Bekämpfungsmassnahmen wichtige |
| die direkten Bekämpfungsmassnahmen wichtiger Schadorganismen anhand von Entscheidungshilfen erläutern und die gezielte und zweckmässige Ausführung sowie die notwendigen Vorsichtsmassnahmen beschreiben können. |
4 Umweltverträglichkeit, sachgerechte Verwendung und Entsorgung
| die Kennzeichnung, die Gefahrenpiktogramme, die Gefahrenklassen sowie die Bedeutung der Gefahren- und Sicherheitshinweise erläutern können; |
| die Angaben in einem Sicherheitsdatenblatt erläutern und anwenden können; insbesondere die wesentlichen Aspekte bezüglich der Lagerung, Verwendung und Entsorgung der im Betrieb eingesetzten Pflanzenschutzmittel; |
|
|
4.3.2 die Begriffe Oberflächenwirkung, systemi- sche Wirkung und Tiefenwirkung bei Insek- tiziden erklären können; | |
4.3.3 die Wirkungsweise von Kontaktherbiziden, translokalen Blattherbiziden und Boden herbiziden erklären können; | |
| 4.4.1 anhand von Entscheidungshilfen die für einen bestimmten Zweck geeigneten Pflan- zenschutzmittel auswählen und im Hinblick auf eine gezielte Anwendung beurteilen können; |
4.4.2 Vor- und Nachteile verschiedener Fungizid- gruppen anhand ihrer Aufnahme und ihres Transports in der Pflanze erklären können; | |
4.4.3 die Verwendung, die Wirksubstanzen und die Einstufung der Pflanzenschutzmittel anhand der Etikette und Gebrauchsanwei- sung erkennen können; | |
| 4.5.1 das Wirkungsspektrum (z. B. Nützlingsver- träglichkeit) der Pflanzenschutzmittel an- hand von Unterlagen beschreiben können; |
4.5.2 unerwünschte direkte oder indirekte Ne- benwirkungen von Pflanzenschutzmitteln | |
| das Resistenzproblem erklären und daraus die |
| 4.7.1 Pflanzenschutzmittel hinsichtlich Abbau- barkeit und Umweltverhalten anhand von |
4.7.2 anhand von Entscheidungshilfen Wirkstoffe bzw. Mittel nennen können, welche zur Auswaschung neigen, in Schutzzonen verboten oder im Boden besonders schlecht abbaubar sind; | |
| geeignete Pflanzenschutzmittel zur Regulierung der wichtigsten Schadorganismen, unter Berücksichtigung der Wirkungsweise, Selektivität und des Umweltverhaltens, anhand von Entscheidungshilfen aussuchen können; |
| Pflanzenschutzmittel anhand der Etikette, Gebrauchsanweisung oder weiterer Unterlagen fachgerecht aufbereiten, die Aufwandmenge und Dosierung genau berechnen sowie Anwendungseinschränkungen und ‑verbote aufzählen können; |
| beschreiben können, wie man Pflanzenschutzmittel fachgerecht und sicher lagert; |
| die umweltgerechte Entsorgung von Pflanzenschutzmittel- und Brühe-Resten sowie Spülwässern und Packungen beschreiben können; |
| die zur Dokumentation erforderlichen Daten und Kontrollparameter aufzählen können. |
5 Geräte und deren sachgerechte Handhabung
| die verschiedenen Anwendungsmethoden für |
| die wichtigsten Ausbringgeräte nennen, deren |
| 5.3.1 die verschiedenen Düsentypen und deren Haupteigenschaften (Eignung) nennen können; |
5.3.2 erklären können, welche Auswirkungen Düsengrösse und Druck auf Grösse, Drift und Penetration der Brühetropfen haben; | |
| Bedeutung der Luftmenge und der Luftgeschwindigkeit beim Einsatz von Gebläsespritzen erklären können; |
| die korrekte Ausbringmenge (Dosierung, |
| die Vorkehrungen und die meteorologischen |
| erklären können, wie man Brühe-Reste vermeiden kann; |
| 5.8.1 Wartung und Funktionskontrolle mit Hilfe der Betriebsanleitung an einem Beispiel erläutern und ausführen können; |
5.8.2 die umweltgerechte Reinigung und Entlee- rung eines Spritzgeräts beschreiben können; | |
| bei einer vorgegebenen Aufwandmenge die |
| 5.10.1 erläutern können, wie die gewünschte Mittelverteilung überprüft und gegebenen- falls durch geeignete Korrekturmassnahmen gewährleistet werden kann; |
5.10.2 die Ursachen nennen können, welche zu einer schlechten Mittelverteilung führen. |